Führungskraft Fallstudie Pferdegestütztes Coaching

Führungskräfteentwicklung

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Von der getriebenen Führungskraft zum authentischen Leader

Wie Marcus durch pferdegestütztes Coaching seine Führungsstärke wiederfand

Kontrollverlust, ständiger Druck und das Gefühl, nur noch zu funktionieren. Marcus, Abteilungsleiter in einem mittelständischen Unternehmen, hatte seinen Führungsstil verloren. Seine Mitarbeiter spürten seine Unsicherheit, wichtige Entscheidungen fielen ihm zunehmend schwer, und das Vertrauen in seine eigene Führungskompetenz schwand von Tag zu Tag. Bis er sich auf ein ungewöhnliches Experiment einließ: pferdegestütztes Coaching. Heute führt er sein Team mit einer Klarheit und Authentizität, die er lange vermisst hatte. Im Interview erzählt Marcus, wie die Arbeit mit Pferden ihm geholfen hat, wieder zu einem souveränen Leader zu werden.

Marcus, wie sah dein Führungsalltag aus, bevor du das Führungskräfte Coaching mit Pferden begonnen hast?

Chaotisch würde ich sagen. Von außen betrachtet lief alles irgendwie, aber innerlich war ich völlig zerrissen. Ich hatte 15 Mitarbeiter unter mir und fühlte mich permanent hin- und hergerissen zwischen verschiedenen Erwartungen. Die Geschäftsführung wollte Ergebnisse sehen, mein Team brauchte Orientierung, und ich selbst wusste oft nicht mehr, wo ich eigentlich stand.

Ich habe versucht, es allen recht zu machen. Wenn ein Mitarbeiter mit einem Problem kam, habe ich sofort zugestimmt. Wenn die Geschäftsführung neue Vorgaben machte, habe ich die eins zu eins weitergegeben, ohne zu filtern oder einzuordnen. Ich war wie ein Vermittler ohne eigene Position.

Und das Schlimmste: Mein Team hat das natürlich gespürt. Die Leute haben angefangen, über meinen Kopf hinweg Entscheidungen zu treffen oder direkt zur Geschäftsführung zu gehen. Ich hatte jegliche Autorität verloren, ohne es wirklich zu merken.

Das klingt sehr belastend. Wann wurde dir klar, dass sich etwas ändern muss?

Es gab diesen einen Moment in einer Teambesprechung. Ich hatte versucht, eine neue Strategie vorzustellen, und mitten in meiner Erklärung hat mich ein Mitarbeiter unterbrochen und gefragt: „Glaubst du eigentlich selbst an das, was du da gerade sagst?“

Die Frage hat mich getroffen wie ein Schlag. Weil die Antwort war: Nein. Ich glaubte nicht daran. Ich wiederholte nur, was von oben kam. In diesem Moment wurde mir klar, dass ich keine Führungskraft mehr war, sondern nur noch eine Durchlaufstation.

Danach konnte ich nachts nicht mehr schlafen. Ich grübelte ständig: Was mache ich falsch? Wie soll ich das alles schaffen? Warum hört mir niemand mehr zu? Aber ich fand keine Antworten, nur immer mehr Fragen.

Wie bist du dann auf das pferdegestützte Coaching gekommen?

Ehrlich gesagt war ich anfangs sehr skeptisch. Eine Kollegin hatte mir davon erzählt und gemeint, dass Pferde wie ein Spiegel funktionieren – sie zeigen dir ungeschönt, wie du wirklich bist und wie du auf andere wirkst.

Ich dachte mir: „Was soll mir ein Pferd über Führung beibringen?“ Aber ich war auch verzweifelt genug, um es auszuprobieren. Und wenn ich ganz ehrlich bin, klang es auch irgendwie nach einer Auszeit vom Büroalltag.

Wie war deine erste Begegnung mit den Pferden?

Ernüchternd. Und gleichzeitig augenöffnend.

Die Coach gab mir die Aufgabe, ein Pferd von der Weide zu holen und durch einen Parcours zu führen. Klingt einfach, oder? Ich bin also zum Pferd gegangen, habe das Halfter genommen und wollte loslegen. Aber das Pferd hat mich einfach ignoriert. Es hat Gras gefressen, als wäre ich gar nicht da.

Ich habe gezogen, geschoben, bin energischer geworden – nichts. Das Pferd stand da wie eine Statue. Ich war total frustriert und dachte: „Super, nicht mal ein Tier nimmt mich ernst.“

Was hat die Coach dazu gesagt?

Sie hat mich gefragt: „Wie fühlst du dich gerade?“ Und ich sagte: „Hilflos. Und irgendwie nicht ernst genommen.“

Und dann kam die entscheidende Frage: „Kommt dir das bekannt vor?“

In dem Moment ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen. Genau so fühlte ich mich jeden Tag im Büro. Und genau so verhielt ich mich auch: unsicher, ohne klare Richtung, versuchend zu überreden statt zu führen.

Sabrina erklärte mir, dass Pferde keine versteckten Agenden haben. Sie reagieren auf das, was wirklich da ist. Auf meine Körpersprache, meine Energie, meine innere Klarheit oder eben deren Fehlen. Wenn ich selbst nicht weiß, wohin ich will, warum sollte das Pferd mir dann folgen?

Das war also dein Aha-Moment?

Einer der ersten, ja. Aber es folgten noch viele weitere.

Bei einer späteren Übung sollte ich das Pferd frei, also ohne Halfter oder Strick, durch einen Parcours führen. Dafür musste ich lernen, wirklich präsent zu sein, eine klare Absicht zu haben und diese auch auszustrahlen.

Am Anfang bin ich ständig stehen geblieben, um zu schauen, ob das Pferd noch folgt. Und natürlich ist es jedes Mal stehen geblieben oder abgedriftet. Sabrina sagte: „Hör auf, dich ständig zu vergewissern. Vertraue darauf, dass es folgt, wenn deine Führung klar ist.“

Das war für mich eine riesige Erkenntnis: Ich hatte im Job ständig um Bestätigung gebettelt. Ist das so okay? Seid ihr einverstanden? Was denkt ihr? Diese ständige Rückversicherung hat meine Führung geschwächt, nicht gestärkt.

Welche konkreten Erkenntnisse hast du aus dem Coaching mitgenommen?

Die wichtigste Lektion war: Authentische Führung beginnt bei mir selbst. Ich muss erst selbst wissen, wo ich stehe und wohin ich will, bevor ich andere führen kann.

Mit den Pferden konnte ich nicht schauspielern. Wenn ich innerlich unsicher war, aber versuchte, nach außen stark zu wirken, haben die Pferde das sofort durchschaut. Sie haben auf meine innere Haltung reagiert, nicht auf das, was ich vorgeben wollte.

Eine weitere wichtige Erkenntnis: Grenzen setzen ist keine Aggression, sondern Klarheit. Ich hatte vorher oft Angst, „Nein“ zu sagen oder eine klare Ansage zu machen, weil ich dachte, das macht mich unsympathisch. Die Pferde haben mir gezeigt: Klare Grenzen schaffen Sicherheit und Vertrauen. Wenn ich wusste, was ich wollte und was nicht, waren die Pferde entspannt und kooperierten. Wenn ich schwammig war, wurden sie nervös.

Und schließlich: Führung bedeutet nicht, alles allein zu machen. Es geht um Partnerschaft. Bei den Pferden habe ich gelernt, dass echte Führung entsteht, wenn beide Seiten sich aufeinander einlasse, mit gegenseitigem Respekt.

Wie hat sich dein Führungsverhalten konkret verändert?

Heute gehe ich ganz anders in Meetings. Früher habe ich mich in endlosen Diskussionen verloren und am Ende hatte keiner eine klare Richtung. Jetzt bereite ich mich vor: Was ist mein Ziel für dieses Meeting? Was ist meine Position? Und dann vertrete ich diese auch.

Das bedeutet nicht, dass ich nicht mehr zuhöre oder diskutiere. Aber ich habe einen Standpunkt, von dem aus ich diskutiere. Ich bin nicht mehr das Blatt im Wind, das sich von jeder Meinung bewegen lässt.

Ich kommuniziere auch viel direkter. Wenn etwas nicht passt, spreche ich das an, freundlich, aber klar. Und ich habe gelernt, „Nein“ zu sagen, ohne mich endlos zu rechtfertigen. Ein klares „Das funktioniert aus folgenden Gründen nicht“ ist oft wirksamer als drei Seiten Erklärungen.

Bei Entscheidungen vertraue ich wieder mehr auf mein Bauchgefühl. Ich hole mir Input, wäge ab, aber dann entscheide ich. Und ich stehe zu dieser Entscheidung, auch wenn sie nicht bei allen gut ankommt.

Wie hat dein Team auf die Veränderung reagiert?

Erstaunlich positiv. Ich hatte ja Angst, dass meine klarere, direktere Art auf Widerstand stoßen würde. Aber das Gegenteil war der Fall.

Meine Mitarbeiter wirkten regelrecht erleichtert. Einer hat mir nach einem Monat gesagt: „Endlich weiß man wieder, woran man bei dir ist.“ Ein anderer meinte: „Du wirkst viel souveräner. Man hat das Gefühl, du hast das Steuer wieder in der Hand.“

Natürlich gab es auch kritische Stimmen. Manche fanden meine neuen Grenzen erstmal unangenehm. Aber insgesamt ist das Arbeitsklima besser geworden. Die Leute wissen, wo sie stehen, und das schafft Sicherheit.

Gibt es Momente, in denen du auf das zurückgreifst, was du mit den Pferden gelernt hast?

Ständig. Wenn ich merke, dass eine Situation entgleitet oder ich innerlich unsicher werde, dann denke ich an die Übungen mit den Pferden zurück.

Ich stelle mir die Frage: „Wo stehe ich gerade? Was will ich wirklich?“ Das bringt mich sofort wieder in meine Mitte.

Manchmal visualisiere ich auch ein konkretes Pferd, mit dem ich gearbeitet habe. Dieses Pferd hat mir immer sofort gespiegelt, wenn ich nicht authentisch war. Diese innere Erinnerung hilft mir, bei mir zu bleiben und nicht in alte Muster zurückzufallen.

Und wenn es richtig heikel wird – zum Beispiel in Konfliktgesprächen – dann achte ich bewusst auf meine Körperhaltung. Stehe ich fest? Atme ich ruhig? Bin ich präsent? Das klingt vielleicht banal, aber es macht einen riesigen Unterschied.

Was würdest du anderen Führungskräften raten, die ähnlich kämpfen wie du damals?

Trau dich, hinzuschauen. Oft wissen wir tief drinnen, dass etwas nicht stimmt, aber wir verdrängen es, weil wir Angst vor den Konsequenzen haben. Diese Ehrlichkeit dir selbst gegenüber ist der erste Schritt.

Und sei offen für unkonventionelle Wege. Ich hätte nie gedacht, dass ausgerechnet Pferde mir so viel über Führung beibringen könnten. Aber manchmal braucht es genau diese neue Perspektive, diesen Blick von außen, um die eigenen blinden Flecken zu erkennen.

Das pferdegestützte Coaching hat mir nicht einfach ein paar Techniken beigebracht. Es hat mich als Führungskraft – und als Mensch – grundlegend verändert. Ich habe gelernt, was authentische Präsenz bedeutet, wie Klarheit wirkt und dass echte Stärke von innen kommt.

Diese Arbeit ist nicht immer bequem. Es gab Momente, in denen ich am liebsten aufgegeben hätte, weil es anstrengend war, sich selbst so ehrlich im Spiegel zu sehen. Aber es lohnt sich. Denn am Ende geht es nicht nur um bessere Führung – es geht darum, wieder im Einklang mit dir selbst zu sein.

Du möchtest auch lernen, wie Du deine Führungsstärke wiederfindest und mit Authentizität und Klarheit führst?

Dann erfahre mehr über mein pferdegestütztes Coaching-Programm für Führungskräfte. In individuellen Sessions oder Gruppen-Workshops arbeiten wir gemeinsam mit den Pferden an deiner persönlichen Führungsentwicklung.

Kontaktiere mich für ein unverbindliches Erstgespräch!

Sabrina Bertholdt

Führungskräfte Coach, Sportmental­trainerin

Seit vielen Jahren begleite ich Führungskräfte und Sportler dabei, authentisch zu führen, Leistung abzurufen und gelassener zu werden.

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